Ein Mehrgenerationenhaus entsteht

Überall schießen sie wie Pilze aus dem Boden: Mehrgenerationenhäuser. Immer mehr Familien überlegen, die ältere Generation ihrer Eltern mit ins Haus zu nehmen und bauen dementsprechend um. Die Gründe sind so vielseitig wie die Menschen, die beteiligt sind. Manche erhoffen sich einen finanziellen Vorteil – ein größeres Haus statt das kleine der alten Mutter noch mit zu finanzieren –  oder eine günstige Betreuung für ihre Kinder, manche hegen schlicht den Traum, ihren Kindern ein Aufwachsen mit den Großeltern zu ermöglichen und dadurch das Bewusstsein von sich selbst auf andere und deren Bedürfnisse auszuweiten.

Wirtschaftliche Lage lässt wieder zusammenrücken

Ein Nebeneffekt der schwachen wirtschaftlichen Lage weltweit ist, dass viele die Werte des Drei-Generationen-Haushalts wiederentdecken. In früheren Zeiten war dies der Standard fürs Zusammenleben: so wurde sich um die älteren Familienmitglieder gekümmert, bevor das Seniorenheim „erfunden“ wurde. Eine höhere Lebenserwartung und im Verhältnis dazu geringere finanzielle Rücklagen verwehren vielen älteren Menschen jedoch den Weg in die kostspielige Seniorenresidenz. Die Umzugswagen fahren jedoch auch in die umgekehrte Richtung: die heute erwachsenen Kinder mit eigenen Kindern geraten in finanzielle Schwierigkeiten und sind gezwungen, wieder zu Hause einzuziehen oder tun dies aus freien Stücken, weil sie sich von ihrem heutigen Einkommen selbst kein so schönes Häuschen mehr leisten können wie Muttern.

Tipps fürs 3-in-1-Haus

  • Kennen Sie die Bauvorschriften für Mehrgenerationenhäuser (ja, die gibt’s!)!
  • Schaffen Sie abtrennbare Bereiche!
  • Seien Sie vorsichtig bei geteiltem Hausbesitz!
  • Schützen Sie die ältere Generation (wenn Sie der Besitzer sind)!
  • Besprechen Sie vorab die Erwartungen aller Beteiligten!

Die Zahl an Mehrgenerationenhäusern steigt üblicherweise in Zeiten der Rezession und sinkt dann wieder. Doch der aktuell steigende Trend hält an. Etwas anderes als schlechte Zeiten oder Steuervorteile scheinen die Familien wieder zusammen zu bringen: „Wenn sie uns brauchen, sind wir da. Und wenn wir sie brauchen, sind sie hier.“ sagt eine Dame, die mit ihrer Tochter zusammenlebt. „Wir sind alle vereint und leben unter einem Dach, doch nach wie vor unabhängig in separaten Bereichen. Es ist ein Geschenk.“

Foto: A Blue Sunday Family Portrait von pierre bédat, CC-BY